Ratz-Fatz weg

Ich kann mich nur selbst zitieren. Alles gesagt.
Allerdings, vielleicht hätte ich gerne noch ein paar jahre gesehen, wie sie ihn halbtot im Papamobil herumfahren, das fand ich ja in meiner mir eigenen Gehässigkeit beim letzten schon recht lustig, so muppets-mäßig, und dabei habe ich durchaus Respekt und Ehrfurcht vor dem Alter und seinen Gebrechen, wenn sie sich nichts anmaßen.

Ich hoffe sehr, daß jetzt kein scheinbar modernerer “Menschenfischer” (so nennen die das im Ernst) kommt, mir war es sehr recht, daß die Menschen massenhaft aus den Kirchen austreten, und hier und da sogar jemand aus der Politik wach wurde und laut STOP sagte. Trennung Staat-Kirche jetzt, und Kirche auf Achtung und Einhaltung der im Grundgesetz verankerten fundamentalen Menschenrecht festnageln, was gibt es da zu diskutieren? Punkte Diskriminierung, Arbeitsrecht, Recht auf Unversehrtheit von Körper und Seele?
Pfarrer sind Bürger dieses Staates und damit sind unsere Gesetze auch direkt für sie gültig, und da kann nicht der Chef der Firma, für die sie arbeiten, dazwischengrätschen, und sagen, wir regeln das erstmal intern, und wenn wir nicht klarkommen, melden wir uns vielleicht. Was gibt es da zu diskutieren? Frau Justizministerin? Zugegeben, der Papst hat klare Worte dafür gefunden, aber die Taten, die Taten?

Und ja, ich war mal katholisch, sehr sogar, sogar Meßdiener, haben Sie’s erahnt? Sorry, ich krieg da immer Schaum vorm Mund. Und es bereitet mir richtig Genugtuung, daß Presse und Fernsehen durchaus deutlich den Scherbenhaufen beleuchtet, den dieser Extremist da hinterlassen hat.

(Und Zollitsch, nice trick, im heute Spezial, als die kritischen Nachfragen kamen und auf einmal die Audioverbindung auszufallen schien – nice trick, but old trick. Das kennen wir aus dem Callcenter seit 100 Jahren.)

8 Gedanken zu „Ratz-Fatz weg

  1. luckystrike

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    Na, dann wirds aber allerallerhöchste Zeit!!
    Was wollen Sie mit Ihrem sauer verdienten Geld denn so alles weiter mitfinanzieren? Moraliche und arbeitsrechtlich aktive Diskriminierung von Frauen und Homosexuellen? Lobbyarbeit in der Politik zur Verhinderung fortschrittlicherer Gesetze? Aktive Verhinderung von und Propanganda geben die Verfügbarkeit und Benutzung von Kondomen zum Schutz gegen Aids in vielen Ländern? Das aktive Verhindern der Verfolgung und damit Beihilfe zu den Straftaten pädophiler Straftäter in Deutschland, Irland, und vielen anderen Ländern?
    Ich meinesteils bin sofort nach Umzug nach Berlin ausgetreten (habe nur so lange gewartet, um meine Mom in ihrem Dorf zu schonen.) Das mit dem Schonen hat aber nicht geklappt – nicht nur ich hatte in Berlin gleich irgendwelche Pfaffen vor der Haustür, auch der Dorfpfarrer stand sofort bei meiner Mutter, um schon mal die Hölle heiß zu machen, wegen meiner Seele usw. (Soviel zum Datenschutz, obendrein.)

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  2. arboretum

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    Der Kirchenaustritt wird im Taufbuch der Kirchengemeinde, in der Sie getauft wurden, eingetragen, da dort ja auch Ihr “Eintritt” in die Religionsgemeinschaft vermerkt ist. Dass der Pfarrer das aber zum Anlass nahm, bei Ihrer Mutter die Hölle heiß zu machen, war defintiv nicht in Ordnung.

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  3. arboretum

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    Von der evangelischen Kirche ist mir nicht bekannt, dass dort die Namen der Ausgetretenen am Ende des Kirchenjahres – also am Totensonntag – genannt werden. Ob das in der römisch-katholischen Kirche übliche Praxis ist oder ob dieser Priester einfach einen Knall hat, vermag ich nicht zu sagen.

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  4. luckystrike

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    Die Namen wurden da auch nicht genannt, auf die Idee sind sie sicher nicht gekommen, sonst hätten sie’s bestimmt auch gemacht.
    Aber in so einem kleinen Kaff sind die Namen auch nicht nötig, die Leute können sich das an drei Findern abzählen, genau wie die Identität der Grünenwähler…

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  5. arboretum

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    Bei uns im Vorort war es die Identität des NPD-Wählers, die jeder kannte. Manchmal bekam die NPD auch mehr als eine Stimme, aber da konnte man es sich ebenfalls denken. Aber dass in der evangelischen Kirche am Totensonntag jemals die Zahl der Kirchenaustritte genannt wurde, daran kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern.

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  6. luckystrike

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    Das ist ja auch nicht so verwunderlich – ist doch das zugrundeliegende Konzept des S/M in der evangelischen Kirche mehr verinnerlicht/vergeistigt – in der katholischen möchte man sich schon richtig spüren…

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  7. luckystrike

    REPLY:
    Nicht nur das, es wird auch am Ende des Kirchenjahres verlsen, wieviele gestorben (viele), wieviele geboren (keine bis wenige) und wieviele ausgetreten sind. So gesehen ist ein Austritt also kirchlich eine Alternative zum Sterben.

    In der Tat war das nicht in Ordnung, sie haben meienr Mutte rim wahrsten Sinne die Hölle heiß gemacht, von wegen “…und wenn du dann vor deinen Herrgott trittst, und er dich fragt, was du denn mit deinem Sohn gemacht hast, was wirst du sagen?”
    Sie haben meine tiefkindergläubige Mom richtig fertig gemacht. Am Ende ging das dann aber nach hinten los, weil meine Mom mir am Ende doch mehr geglaubt und vertraut hat. Aber einfach war es nicht, und es hat gedauert – für sie war der Austritt viel viel schlimmer als mein Coming Out.

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