An unexpected Journey

Es fehlte mir heute morgen ziemlich gewaltig, am noch frischen aber hoffnungsvoll blauen Morgen erst einmal um die Finca zu gehen, mit dem ersten Kaffee und den ersten Zichten, um nachzuschauen, ob die Zitronen-, Limetten-, Orangen-, Avocado- und alle sonstigen Bäume die nacht wohl gut überstanden haben, den Berg hinunter übers Meer zu schauen, ob Gran Canaria auch noch da ist (optisch war es jeden Tag ein Stück naher gerückt und ich befürchtete schon Kollision). Es dauert immer etwas, bis ich mich woanders eingelebt habe. und so hätte ich gerne noch ein paar Tage bleiben können, zumal meine Klamotten sich irgendwann in dem Nichtraucherhaus (jaja, ich weiß, Herr Lucky und Nichtraucherhäuder im Winter) selbst so weit gelüftet hatten, daß sie nicht mehr rochen, als sei ich eine Woche lang im Roses versackt.
Eigentlich wollte ich die Finca mit Terrasse überm Meer wieder haben, in der ich vor 2 Jahren mit Frau Koma so glückliche Zeiten hatte, aber die war vergeben, und so buchte ich eine Finca in den Bergen. Ob ich mit meiner Befürchtung, daß es ob der Lage dann dort automatisch kühler sein müßte, recht hatte, oder ob es einfach das Wetter war, ich weiß es nicht, jedenfalls war es die ersten beiden Morgen und Abende arschkalt, und wir waren froh, daß es drinnen Heizung gab. Danach ging es dann besser.

Ein Expermíment, mit dem Neffen zu urlauben, der noch weniger urlaubsgewohnt ist als ich, und auch noch so spontan, aber es war ein doppelter Liebesdienst, für ihn zum 40sten einen Urlaub zu organisieren, und natürlich ganz egoistischerweise für mich selber ja auch.
Und es klappte erstaunlich gut, normalerweise sind die längsten Zeiten, die wir zusammen verbringen, die verhaßten Weihnachtsreisen zur Familie in die Eifel.
Und so ein Ereignis, sich auszuschließen, ein Fenster einwerfen zu müssen, und das dann dem nur mühsam beherrschten José (das Weiß in seinen Augen log nicht) beichten zu müssen, schweißt zusammen.

Ich mag Teneriffa, sicher, es gibt exotischeres und spannenderes und hipperes, aber so viele verschiedene Gegenden innerhalb einer Autostunde bekommt man selten irgendwo, ob es die Strände sind (Familienstrand bei Puerto Cruz, extremwindiger Strand voller Surfer und Kitesurfer bei El Medano, oder mein Lieblingsstrand, El Bollulo bei El Rincon, klein zwischen hohen Klippen mit gewaltigsten Wellen) oder die Gebirge oder die Landschaft – nach einer Inselrundfahrt fühlt man sich wie ein Hobbit auf Reise durch die Mittelerde, vom Auenland im Norden, über krasse Gebirge im Nordosten oder Nordwesten, Wüsten im Süden und letztendlich Mordor am Teide.

Und so ist es genau richtig gewesen für eine Woche Erholung schnappen nach einer krassen Hauptsaison, und um noch ein wenig Sonne und Weitblick zu speichern, um den letzten 6-8 Wochen Berliner Winter noch das Genick zu brechen.
Aber schön ist das grade hier nicht, wie die Sonne eben mit einem Blubbs hinter dem Dach verschwand, und jetzt der Himmel so tief hängt, als wollte er sich auf mich drauf setzen.

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