Röchel

Fast wäre ich dran gewesen. Anderthalb Stunden habe ich gekämpft, schwitzend wie ein Schwein, mit zitternden Fingern und nassen Handflächen. Schon in den letzten Tagen mehrten sich die Warnzeichen, und heute morgen war es dann soweit.
Frau Koma hat gestern noch über die digitale Kluft philosophiert, und heute wäre es mir fast passiert: ein Leben Morgen ohne Internet. Blinde blanke Panik! Kraiiisch!
Irgendwo zwischen Router oder Modem oder wie sowas heißt immer wieder neu starten, und der unsäglichen Windows-7-Hilfe, die immer irgendwas rumrödelt und einem dann irgendwann sagt, daß das Problem nicht behoben werden konnte. Als Ultima Ratio kann man dann noch auf “Weitere Lösungsmöglichkeiten” klicken, und da steht dann tatsächlich “Einen Freund fragen.” Ehrlich. Alternativ könnte man noch die Online-Hilfe aufsuchen, wenn nicht – aaargh!

Letzten Endes war es dann auch ein weniger technisches Problem: In einem der vielen dunklen verwahrlosten Ecken des Lucky’schen Haushalts, da wo auch das ukrainische Putzinferno strengestes Reinemachverbot hat, winden sich Kabel, Käbelchen, Leitungen wie die sprichwörtliche Schlangengrube, in einem zarten, fragilen Arrangement.
Und irgendwo dort strecken sich zwei spirrelige, viel zu kurze Drähtchen aus der Wand, die lose in einer ehemaligen Unterputz-Telefondose gehören und sich dort auch nicht richtig dauerhaft befestigen lassen. Und ja, ich habe an Sekundenkleber gedacht.
Nach anderthalb Stunden jedenfalls hatte ich die Dingse anscheinend richtig wieder reingefrickelt, und ich spiele ernsthaft mit dem Gedanken, mal Geld auszugeben für so ein richtiges Hightech-Endgerät wie eine ordentliche Telefondose.

7 Gedanken zu „Röchel

  1. luckystrike

    REPLY:
    ich war eher kurz vor “Hau irgendwas kurz und klein.” Was auch der einzige Grund war, daß ich nicht bei Alice angerufen hab. Mit taten die armen Telefonhasen im Voraus leid.

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  2. kittykoma

    aber herr lucky! sie wissen doch, ihre freunde sind jederzeit für sie da und helfen bei katastrophen. sie hätten im schlafshirt ins auto steigen können, bei mir hätte es netz und einen kaffee gegeben.

    (bei mir steht noch eine 4 jahre alte fritz-box…)

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  3. Llama (Gast)

    REPLY:
    Wieder einmal zeigen Sie ihre mitfühlende Seite!

    (Mich hat’s ein ganz schönes Weilches gebraucht, bis die Message des neuesten Eintrags bei mir angekommen ist… Guttbye, Deutschland!)

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  4. luckystrike

    REPLY:
    Fein, dann komm ich demnächst im Schlafhemd und Schlüpprer und mit ungeputzten Zähnen zum Netz, aber das kennen Sie ja eh schon…
    Aber Ihren Sondermüll nehm ich nicht mit!

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  5. Llama (Gast)

    Bravooo! (hihi ;) Raffinierte Taktik, diese Windowsanleitung! Steht dann da auch als Alternativen “darüber bloggen” oder “verzweifelt aus dem Fenster rufen”?? Ich hätt ja als erstes den Internetanbieter verantwortlich gemacht (und mir meine Gedanken fürs nächste Stammtischwettern notiert).

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