Archiv für den Monat: Januar 2011

Kanarenvögel

Gell, so früh hamse mich hier auch noch nicht gesehen! Bin aber auch schon eine Stunde auf. Ächz.
Aber gleich gehts mit Frau Koma auf die Kanaren, eine Woche Frühling im Winter, das wird gut tun!
Eine Terrasse in einem großen Garten überm Meer steht schon bereit mit nichts in der Blicklinie als Fischen und Schiffen bis Amerika:
elrincon
Und Nikotinkaugummis hab ich auch besorgt, vorsichtshalber, für den Flug. Ein wahrscheinlich letztes Mal von Tegel aus.
Entstanden ist das übrigens nicht aus wochenlanger Planung, sondern aus ein paar Kommetaren hier und dort, und einem einzigen Telefonat “Sollwer das denn jetzt mal buchen!?”, kann also nur gut werden.
Und ich werde eine Woche lang versuchen, mich aus dem Internet rauszuhalten, wenn Ihnen also langweilig wird, dann lesen sie doch so lange was von dem alten Zeuch, ist ja genug da davon.

Abstand (halten)

Die letzten Tage ein wenig traurig gewesen, aus gutem Grund. Also, aus positiven Beweggründen jetzt, nicht aus negativen.

Jetzt doch seit über 4 Monaten aus meiner Depression hinaus, wohl tatsächlich eine (vorläufige) Heilung, halbwegs stabil, und das ohne Medikamente (ja, so dumm war ich auch). Und mit diesem Abstand wird mir auf einmal klar, welch ein Leben und Empfinden ich für mich als gegeben, verdient, alltäglich, für mich passend und selbstverständlich akzeptiert hatte, über die Jahre.

Mit dem Abstand erschrickt mich nachträglich sehr, wie dramatisch das an sich war, manche Tage, Wochen, Monate, Jahre, welche Meinungen und Überzeugungen man so in sich horten konnte, wie schlecht man sich versorgen kann, nur weil man irgendwo tief drin denkt, das stünde einem nicht zu, und in welch akut verwirrten Situationen ich so steckte. Und ich bin meiner Therapeutin im Nachhinein dankbar, daß sie es nicht für mich dramatisierte, es ist wohl besser einen Schlafwandler nicht zu wecken, bis er in sicheren Gefilden ist..
Ich möchte manchmal heulen (und tue das auch), aus Selbstmitleid, und das ist mir auch ein wenig peinlich.

Mittlerweile habe ich das neue, unbekannte Gefühl, daß ich weniger fühle. Vieles berührt mich nicht, meine Familie ist mir egal oder nervt, gibt mir aber nichts mehr. Das leere Mutterhaus war nur noch ein leeres Haus, sonst nichts. Ich bin sicher zur Zeit ein schlechter Freund, weil ich so wenig mitfühle und meinen Abstand halte. Ich kann, oder um es mit Heidi zu sagen, ich will nicht. Ich brauche das jetzt so. Nur das Drama kann/will ich jetzt nicht teilen. (Und bitte vergeßt nicht, daß ich dennoch immer für euch da bin und alles tun würde für euch!)

Ich fühle mich neuerdings meist ruhig, kühl und klar und, und das ist neu, distanziert. Damit fühle ich mich nicht besonders wohl, es ist mir ungewohnt und frend und schien mir immer wenig erstrebenswert und verursacht mir Schuldgefühle. Jedoch versichert meine Heidi mir, daß das ein sehr gesunder und richtiger Zustand sei.

Nun, wir werden sehen, aber es fühlt sich immer mehr wie ein neuer Lebensabschnitt an, der vor 4 Monaten begann.

(Und ja, es ist mir unendlich peinlich, das hierhin zu schreiben, soviel “ich” und “fühle”, aber es ist eine Flaschenpost an mich für später, und auch eine für diejenigen meiner Leser, die ähnliche Themen haben, ich weiß es gibt einige. Soll heißen, seht her, vielleicht geht’s!)

Pageturner

Wow, das ist mir auch lange nicht mehr passiert, bin komplett übernächtigt, weil ich nicht ins Bett kam, und das alles wegen einem BUCH: The Hunger Games von Suzanne Collins, natürlich ein Tip vom Herrn Glam und ein Geschenk von meinem Ninchen.

In einem dystopischen Amerika der Zukunft gibt es noch ein Capitol und 12 Distrikte, in denen die Menschen elend vor sich hin existieren, in Armut, Hunger und unter schlimmsten Lebens- und Arbeitsbediungungen. Jährlich finden die Hunger Games statt, aus jedem Distrikt werden je ein Junge und ein Mädchen zwischen 12 und 18 per Los ermittelt, die an Gladiatorenspielen teilnehmen müssen, ein wenig wie RTLs Dschungelcamp, nur ohne Scheinpromis, dafür aber auf Leben und Tod – es kann nur einen Überlebenden geben.
Wir folgen der 16jährigen Catniss auf ihrem Weg, einem früh hart und illusionslos gewordenen Mädchen aus dem ärmsten Distrikt.
Für ein Jugendbuch (und eigentlich auch sonst) eine ungemein krasse Versuchsanordnung, perfekt und fast schnörkellos durchgeführt von der Autorin, eine echte Achterbahnfahrt.
Und ich hab jetzt noch mehr Ringe unter den Augen. Und werde natürlich gleich die weiteren beiden Bände der Trilogie lesen.

Lucky’s Eleven

Heute nachmittag fast erfroren, und das in meiner eigenen Wohnung – und dabei ist es sowieso hoffnungslos zu glauben, man bekäme eine ausgewiesene Raucherwohnung einigermaßen rauchgestanksfrei für den Besuch einer gestandenen 2jährigen jungen Dame.
Der Dame wars dann aber auch einigermaßen egal, und wir samt Anhang hatten einen schönen Nachmittag – es gibt doch fast nichts Schöneres als (kleine) Kinder.

Der Silvesterabend ebenfalls gelungen, ein Experiment, das erste Mal gewollt allein.
Und schön nach 12 die Rocky Horror Picture Show geschaut und alle, ja alle Rollen mitgesungen – was braucht man Böller, um böse Geister zu vertreiben?

In diesem Sinne, liebe Herrschaften, ein wunder-volles neues Jahr Ihnen allen da draußen – Don’t dream it, be it!
(und ich bleibe, mit Verlaub, bis Montag mittag noch hier drin)