Archiv für den Tag: 6. August 2010

Frönen oder: Come as you are

strodehne

Manchmal vergesse ich sie ein wenig, oder sie scheinen mir ein wenig weit weg aus meinem Alltag, aber verloren geht er mir gottseidank anscheinend nicht, dieser ganze gigantisch großen Freundes- und Bekanntenkreis, der so wunderbar offen und geduldig, schmerzfrei, lustig, tolerant und lebensfreudig und langlebig ist.
Und eben jener hatte sich ein altes Pfarrhaus an der Havel gemietet, für eine Woche, und mich dazu geladen, was ich in einem Moment seltener Spontanität auch einfach so zugesagt habe.

Und wie froh bin ich darüber, 4 Tage voll Spiel und Spaß, dort wo “Zierscheide” noch das zarteste aller Kosewörter ist, wo Platz ist für alternde Transvestiten und Trödelladenbesitzerinnen, patente alleinerziehende Mütter mit ebenso patenten pubertierenden Söhnen, wo Eigenart noch eine schöne Blüte ist und “Chacun á son gout” als Fremdwort vielleicht nicht von allen verstanden, aber auf jeden Fall praktiziert wird, die alte preußische Tugend – genauso wie allem gefrönt wird von Kanu oder Schlauchboot auf der Havel, Angeln, Yoga, Englischunterricht, gutem Essen, ritueller liebevoller gegenseitiger Demütigung und vor allem: Spielen Spielen Spielen.
So ging auch die vermeintlich gewagte Idee auf, dem Bommel seine ersten Urlaubstage einfach zu verplanen, zum mehrtägigen Doppelkopfmarathon, auch wenn dabei den Verkehrssicherkeitsfanatikern zum Leid der nunmehr unabdingbare Brauch begründet würde, daß immer Piccolöchen oder Flachmännerchen geleert werden müssen, wenn der Bomec und der Lucky zusammen im Auto sitzen.

Brandenburg, du kannst so schön sein.