Archiv für den Monat: Januar 2010

Ich glaub es pfeift gleich!

“immer wieder geschenke von lucky strike bekommen” lautet eine Suchanfrage, die hierher geleitet wurde, Top of the Suchergebnisse.
Sehr geehrte/r Suchende/r,
hier wird einem nix geschenkt, nicht mal mir selber. Sogar die Leute, die ein Anrecht auf Geschenke haben, müssen darauf ewig warten, mit ungewissem Ausgang.
Wenn Sie gern was hätten, besorgen Sie es sich gefälligst selbst.
Herzlichst,
Ihr Lucky

Wer braucht E-Books, und wozu?

Ich werde wohl nie verstehen, wozu man Bücher, die praktischsten und analogsten aller Gegenstände, jetzt auf elektronischen Geräten lesen soll.
Hier beschwert sich Frau Casino über die Geschäftspolitik der Industrie und der Verlage, aber das ist nur der letzte unsympathische Tropfen.
Ein echtes Buch kann ich überall auf der Welt lesen, ohne zusätzlich Strom zu verbrauchen, ohne daß ich mich über einen anderen Anbieter als den Verlag ärgern muß, ich kann es knicken, mir Notizen machen, ich kann es unter einen wackelnden Tisch legen, und manche riechen auch gut. Wenn ich es gekauft habe, besitze ich die Rechte für meine Kopie, ich kann es zerfetzen, aus dem Fenster oder an einen Kopf werfen, im Treppenhaus für Mitnehmer aussetzen, verschenken oder aufheben und sogar in ein paar Jahren wieder lesen, ohne daß irgendeine App womöglich kostenpflichtig upgedatet werden muß oder die Daten nicht mehr zu der nunmehr übernächsten Generation von Gerät passen, die ich gezwungen war, mir zu kaufen.
Ich brauche kein Gerät hochfahren, um ein paar Minuten auf dem Klo zu lesen, und bei einem Lesemarathon geht mir nicht an der spannendsten Stelle der Akku leer.

Ein Buch ist wie ein Spaten, ein Gerät, wegen dessen ich garantiert niemals in einer kostenpflichtigen CallCenter-Hotline auf Hilfe warten muß. Ein Buch ist somit ein Anker geistiger Gesundheit und Wohlbefindens in einer degenerierenden technokratischen Welt. Ein Buch geht nicht kaputt.

Ich kann sehr wohl verstehen, daß die Menschheit Industrie ständig neue Dinge erfinden muß, denn Gewinne müssen gesteigert, Märkte aufgebaut und Gewinne maximiert werden, aber hat eigentlich jemand jemald die grundlegende Frage gestellt, wer ein elektronisches Buch wozu braucht, und was der Vorteil daran sein soll? Und eine brauchbare Antwort bekommen?

Ich für mein Teil brauche auch keinen vollelektronischen Spaten mit Geocache, digitaler Tiefenmessung, automatischer Gesteinsanalyse, Fortschrittsanzeige und individuell einstellbarer Erinnerungsfunktion.
Da bin ich wohl einfach altmodisch.

Ja, genau!

“She’s not Me
She doesn’t have my name
She doesn’t have what I have
It won’t be the same”
Singt Madonna grade und regt sich über ihren fremdgehenden Kerl auf.
Yes, Dear, she’s not you – but haven’t you noticed that’s exactly the point?

Wir basteln uns eine Katastrophe

Spiegel Online außer Rand und Band:
“Es hört einfach nicht auf zu schneien”, sagte ein Sprecher. “Wir haben bis zu 30 Zentimeter Neuschnee, und es wird immer mehr.”
“Auf der Ostseeinsel Fehmarn war das öffentliche Leben praktisch lahmgelegt,(…) Wir haben überall Verwehungen, es passiert gar nichts mehr” (WTF? Was für ein öffentliches Leben?)
“Drei hochschwangere Frauen auf der Insel konnte er beruhigen: “Wir haben ein Raupenfahrzeug für Notfälle.”"
(???WTF???)

Kinners, es ist Winter, what’s the big deal?

Am Tisch mit Hobbits

Es kann natürlich auch dran liegen, daß ich am Wochenende die ganze Herr-der-Ringe-Trilogie geguckt habe, aber ich habe den ganzen Vormittag bei der Besprechung mit dem Grafiker und dem Programmierer in mich reinkichern und grinsen müssen, so auf süße Weise verwachsen und ernsten, großen Blicks und kleinfingrig waren die jungen kompakten Herrn. Dazu paßte auch hervorragend, daß im Büro die Heizung ausgefallen war und alle dick vermummelt in Jacken und Schals saßen.
An den Füßen war allerdings nichts hobbitmäßiges festzustellen, soweit zu erkennen war. Süß!

Der Fluch des Hellblau-Feingestreiften

“Na Glückwunsch, da bist du ja gleich in den ersten Stunden des neuen Jahrs in der besten Homobar der Stadt gelandet!” erkläre ich dem freundlich interessierten Hetero aus Süddeutschland.
“Homobar!????”
“Ja, wenn auch eben tolerant und aufgeschlossen!”
“Homobar??? Guck dich doch mal um!”
Und recht hat er mit seinem Dialekt, die Lieblingsbar ist gestopft voll – mit Heteros, vor allem Pärchen. Vor allem von auswärts. Macht aber nichts, wir sind ja tolerant und aufgeschlossen, und aufgekratzte Heteros sind eh lustiger als Durchschnittshomos.

Ansonsten scheint auf mir an Neujahrsmorgen der Fluch des Hellblau-Feingestreiften zu liegen, in diesem Jahr in Form eines blonden Gemischtgeschlechtlich-Liebenden, der ein eben solches Hemd bis oben zuknöpft trug. Ein solches Hemd geht gar nicht, nicht im Büro und schon gar nicht in der Silvesternacht, aber immerhin hatte es keinen weiß abgesetzten Kragen, und so bat ich ihn um einen Gefallen – er möge doch bitte sein Hemd einen Knopf weiter aufmachen. Sichtlich erfreut über so viel Aufmerksamkeit kam er meinem Wunsch sofort nach, müßte aber feststellen, daß das seiner Sabine (sie hieß wirklich so, ich kann da nix für, und vermied den Rest des Abends Augen- oder Sprachkontakt mit mir) erheblich mißfiel. Aber jedesmal, wenn sie den Aufgeknöpften wieder zuknöpfte, mußte ich ihn wieder aufknöpfen, bis er so wild war, einen weiteren Knopf aufzuknöpfen und mit mir knutschen (oder Schlimmeres) wollte.
Aber auch Schwule, so dekorationsfreudig sie auch sein mögen, haben ihre Grenzen, sogar am Neujahrsmorgen.

Undank

So, fast noch ganz frisch liegt es da, das neue Jahr, das sogar auch noch ein ganz neues Jahrzehnt ist, so ganz nebenbei.
Überall stapeln sich die Jahresrückblicke, und man ist sich im großen und ganzen einig, daß das vergangene Jahr ein schlimmes, mitunter gar bösartiges war, und auch, daß das neue Jahr dagegen ganz bestimmt gut und wunderbar wird.
So oder ähnlich steht es auch bei mir hier im Blümchenblog, und auch sonstwo gibt man sich viel viel Mühe, die berühmte Erbse unter all den Polstern zu finden.

Komplett vergessen dabei wird, dankbar zu sein – daß es nicht noch viel schlimmer gekommen ist, daß man zum Beispiel Arbeit und Wohnung und Freunde hat, sich lecker was kochen kann, wenn man Lust hat, und generall mit seinem Leben anfangen kann, was man will – und überhaupt: daß man am Leben ist!
Und so kann man sich zum Beipiel mit dem besten Freund einen wunderbaren Silvesterabend machen und frühmorgens noch in die Lieblingsbar gehen, und alle Menschen freundlich anlächeln und ein Happy New Year wünschen.
Lach, und die Welt lacht mit dir, wein, und du schläfst allein (Dank an Georgette hierfür.) (Bin allerdings doch allein nach haus gegangen, warum auch nicht?)
Ein Jahr ist nicht schlecht oder gut, ein Jahr IST.
Und meint es selten persönlich.
Man kann es finden, gut oder schlecht, aber das kann man sich weitgehend aussuchen.
Machen Sie was draus, es liegt an Ihnen!
HAPPY NEW YEAR – HAPPY NEW DECADE!

<a href=”“>

(Lachen Sie nicht, das ist kein Tier aus der Sesamstraße, sondern Lauren Bacall, wie sie singt und tanzt, in dem ziemlich mißglückten Musical “Applause” nach “All about Eve.” Oder doch – lachen Sie!) Und ja – sie landet in einer Gay Bar. Who doesn’t?