Archiv für den Monat: Juni 2009

Endlich fantastische 4!


(6 Sekunden)

Kaum vier Jahre alt und schon in der Midlife-Crisis, so schnell kanns gehen, oder zählt man Blogjahre in anderthalbfachen Hundejahren?
Jedenfalls, 4 Jahre Lucky Strikes, Old Kid on the Blog, und immer noch schreibe ich gerne hier rein, this Rag and Bone Shop of the Heart.
Viele der alten Begleiter haben ihre Segel gestrichen, viele Wege haben sich verloren, andere haben sich nur verändert, etliche neue sind dazugekommen, wie im wahren Leben auch.
Ich denke mein Schreiben hat sich verändert, weil ich mittlerweile mehr für mich schreibe als für Leser, einige Wunder und Wunderlichkeiten sind verblaßt, anderer Altersstarrsinn ist dazu gekommen, wie eben im wahren Leben auch.
Ich denke den Zeitpunkt mit Bloggen aufzuhören, habe ich jedenfalls gründlich verpaßt. Müssen Sie jetzt durch.

Und wie jedes Jahr würde ich mich freuen, wenn Sie mir den Beitrag oder die Beiträge nennen würden, die Ihnen am besten gefallen haben, oder die Sie in irgendeiner Weise angefaßt haben oder hängen geblieben sind.

And now for something not altogether completely different, inspiriert durch den süßen Glückwunsch beim Glammie: Ein Geburtstagsständ(er)chen fürs Lucky:

Andererseits

Hmh, wenn ich jetzt so einen wunderschönen, blitzgescheiten, gutgebauten Kerl hätte, der auch noch mindestens täglich stundenlang Sex haben wollte, dann würde mir das auch nicht passen.
Dann könnte ich abends nicht endlos Serien auf DVD gucken und Wein trinken, bis der Arzt (eben nicht) kommt.

Crazy Mama on the Loose

Die älteste Freundin (naja, man telefonierte 1-2x im Jahr miteinander) hat es geschafft. Als Frau um die wollte sie noch unbedingt letzter-Drücker-mäßig schwanger werden (wir berichteten) und Widder, besonders solche mit einer ordentlichen Klatsche, können sich ja oft erstaunlich gut durchsetzen.
Als vor zwei Jahren die paranoiden Anrufe (“Die reden hier alle über mich, ich sei eine Schlampe, aber ich werde es ihnen zeigen” “Wer ist denn “die”?” “Alle, aber die werde sich wundern, ich werde es ihnen heimzahlen, die Rache ist mein!”) zunahmen, schränkte ich den Telefonverkehr etwas ein. Noch mehr schränkte ich ihn nach Februar ein, als das Kind dann da war. Was sie nicht hinderte, mich alle 2 Tage auf allen Nummern anzurufen, mir Fotos von dem sogar für ein Baby ungewöhnlich häßlichen Baby zu schicken, und ein Sorgen-Paket mit vermeintlich lebenshelfendem Trödel wie Coelho-Jakobsweg-Hörbüchern und so.
Es gibt keinen sichereren Weg einen Rückruf meinerseits zu verhindern, als erbarmungslos danach zu fordern, ungewollte Aufmerksamkeiten zu schicken, und, die Spitze, sich SORGEN um mich zu machen. Da bin ich schneller auf der Zinne als Paris Hilton ein doofes Gesicht macht.
Jedenfalls, guter Mensch der ich bin, habe ich nach Monaten doch mal zurück gerufen. Ihr Freund hatte sich damals in Vorgesprächen ganz klar gegen ein Baby ausgesprochen, schließlich hat er schon 3 Kinder zwschen 12 und 18, die bei ihm wohnen, und muß seine internetspielsüchtige Ex versorgen. Aber D. ließ das nicht zwischen sie und ihren Kinderwunsch kommen, setzte heimlich die Pille ab und konfrontierte innerhalb von Wochen mit Tatsachen. Relativ ungefragt zog sie bei ihm ein und kämpft seitdem gegen die Kinder um einen Platz im Gefüge. Mit ihren Mitteln selbstverständlich. Hatte ich erwähnt, daß sie nach 15 Jahren Studium endlich ihr Lehramt abgeschlossen hatte und eine Teilzeitstelle als Lehrern bekommen hatte? Und daß nach ein paar Wochen ihr Kurs nur noch halb so groß war, weil die Kinder sich abgemeldet hatten, weil sie ANGST vor der neuen Lehrerin hatten? Sie ist klein, pummelig, und hat lange braune Haare und Rehblick.
Die hormonellen Umstände nach der Schwangerschaft helfen nicht unbedingt, sie ist hocheifersüchtig, weil er so viele Frauen kennt (er ist Dozent und muß sich wohl auch um seine weiblichen Studenten kümmern), kämpft täglich mit den Kindern und fordert, daß er sich “auch mal” für sie entscheidet.
Und ich dachte, ich hätte eine ordentliche Klatsche…Gibts eigentlich auch sowas wie Therapieversicherungen für Neugeborene?

Kleiner Abschied

Länger war es jetzt auch wirklich nicht aufzuschieben, und herrliches Wetter zum Bettenlüften ist es allemal.
Heute dann doch endlich mal die Bettwäsche meiner Schwester abgezogen, die mit den riesengroßen purpur-orange-gelb-lila Blüten aus den Siebzigern, die so wunderbar geschmeidig auf der Haut ist und farblich so gut hierher paßt, die von meiner toten Schwester, die aus dem Schrank aus dem nunmehr leeren Haus in der Eifel.
Aber sie roch so lange noch so vertraut nach dem Schrank, nach dem Waschmittel, nach dem Bett der Kindheit, so daß ich nachts manchmal kurz wach wurde, nur um zu schnuppern. Und das obwohl meine Mutter alle Schrankinhalte mindestens zweimal im Jahr durchgewaschen hat.

Too long to long too long

Someone left a cake out in the rain –
I don’t think that I can take it
‘Cos it took so long to bake it
and I’ll never have the recipe again
(Donna Summer)

Dein Zug fährt gleich ab
(Hildegard Knef)

Die äußerliche Automatik funktioniert schon noch, während man die Straße entlanggeht, sortiert man die Männer zwischen 25 und 50 noch, die Guten ins Kröpfchen die Schlechten ins Töpfchen, allerdings eben auch nur noch beiläufig, Konkreteres wie auch nur ein Flirt ist schon längst aus dem System.
Die Beschäftigung mit sich selbst wird meist vergessen, und wenn nicht, dann ist es eher ein Untenrum-Schneuzen, für das lustlos irgendwelche verblasste alte Erinnerungen oder Phantasien hervorgekramt werden, die längst zu Standard-Pornoformaten erstarrt und abwaschbar laminiert sind. Wie es sich tatsächlich angefühlt hat, ist lang vergessen.
Natürlich möchte man eigentlich nicht allein sein, aber man kommt mit dem Alleinsein im Grunde wunderbar klar, man war schließlich den Großteil seines Lebens allein, und mag das auch grundsätzlich.
Die Kluft zwischen gelegentlich aufkeimenden Wünschen und deren Erfüllung wird immer größer, und so manche romantische Vorstellung wird rasch erstickt von Visionen der negativeren Erfahrungen: ein arg haariger Arsch, zum Lecken entgegengestreckt, mit Klopapierresten in den Haaren, eine extrem lange Vorhaut, oder eine unter der eine kleine Ricottazucht herben Duft verströmt. Mitleiderregende Kleinstschwänze, talentlose desinteressierte Rammelhengste, psychotische Marathonficker, Zwei-Minuten-Spritzer oder gar reglose Mehrlochstuten. Beim Blasen denken, wievele Leute eben diesen Schwanz diese Woche schon im Maul hatten, oder wo er sonst schon drin steckte. Und wie gesund oder sauber er wohl ist. Mal ganz zu schweigen vom großen weiten Feld der psychisch-narzisstischen Störungen.

Irgendwie scheint mir die Lust vergangen, und da wollte ich mal eine Runde Defätismus unter die Leute bringen, wenn schon nicht mein welkendes Fleisch.
Und jetzt kommen Sie mir nicht mit “Aber das kann doch auch ganz anders verlaufen und man kann auch mal Glück haben!” Das weiß ich selber. Hilft mir aber grad auch nicht weiter.

Noch ein Leser

Wahnsinn, da liest sich grade jemand in Etappen von vorne nach hinten Tag für Tag durch mein Zierblog, scheint jemand zu sein, der nicht schlafen kann. Er oder sie ist schon im Jahr 2007 angelangt.
Beeindruckend, so eine Ausdauer!

Besser als Bloggen

Grade eben beim Kaffee holen (heute hats einwandfrei geklappt) die Berge Geschirr und Müll gesehen und gedacht, warum nicht mal eben die Spülmaschine einräumen?
Eins folgt aufs andere, Müll entsorgen, Küche abwaschen, und schwupp-di-wupp habe ich eine blitzende, blanke, glänzende Küche (gut, Boden war auf die Schnelle nicht drin.)

Also außer daß ich jetzt Spülhände habe, ein weitaus befriedigenderes Gefühl, als hier rumzuschauen, wer alles nichts gechrieben hat!