Spocht!

Lucky in blinder Panik. Ich fühle mich, als ob ich gleich ins Krankenhaus muß, zu einer OP mit ungewissem Ausgang. Kittel mit hinten offen inklusive. Schon seit Tagen schlafe ich schlecht.

Spocht war immer die Manifestation meiner sozialen Nicht-Integration, mangelnde Fähigkeiten multipliziert mit körperlichem Nicht-Selbstbewußtsein, im Quadrat mit faschistoiden Spochtlehrern oder einfach dumpfen Jungs aus dem Dorf.
Mit Wort und Witz konnte ich mich zumindest immer auf eine Außenseiterpositon retten, aber wenn Körperliches ins Spiel kam, stellte sich klar heraus was was ist.
Was dazu führte, daß ich immer mit den anderen dicken Mädchen bis zuletzt auf der Bank sitzen blieb, wenn Mannschaften gewählt wurden. Oder bis ans Ende der Schulzeit (als einziger) mit Schwimmhilfe im Nichtschwimmerbecken dümpeln mußte. Oder sich alle schon im Voraus auf die Performance freuten, wenn im Spochtunterricht benotet wurde (Ich bekam immer eine 6, weil ich unter Druck Bewegungslegasteniker bin.)
Mehr als 400m am Stück bin ich noch nie gelaufen, wenn man das Laufen nennen kann.
Eigentlich habe ich mich in meinem Leben noch nie freiwillig bewegt, Sex und Tanzen mal ausgeschlossen und natürlich Schlauchboating mit Glam.

Ich glaube nicht, daß der PT weiß, worauf er sich eingelassen hat. Ich weiß es auch nicht. Der Geruch stinkender Gymnastikmatten verfolgt mich schon seit Tagen.

Ave Spocht, morituri te salutant.

Ich werde ihm Sitzfußball vorschlagen.

6 Gedanken zu „Spocht!

  1. Llama (Gast)

    Sport ist Mord. ….man muss sterben, um wiedergeboren zu werden! (immer schön das Ergebnis vor Augen halten :)

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  2. kittykoma

    REPLY:
    lassen sie sich nicht triezen. menschen wie sie und icke haben nachgewiesenermaßen kein leistungsproblem, sondern sind eher nicht ganz so fit darin, einen dialog mit ihrem körper zu führen. ein brüllender trainer stört da nur, der sollte eher helfen, das verschüttete körpergefühl wieder zu aktivieren. belastungen, die man selbst abnickt, sind dagegen zielführend.
    ich habe zum ersten mal einen trainingsplan, der spaß macht, mich nicht durch versagen demotiviert, mich aber auch nicht langweilt, weil er nur 50 minuten dauert und tatsächlich ergebnisse zeigt. – was will man mehr?

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  3. kittykoma

    o-o, das kommt mir sehr bekannt vor. ich habe mit 27 angefangen zu joggen. was hieß, daß sich die ersten 4 wochen eine laute dampflock mit walkman in richtung stadtpark wilmersdorf bewegte, aber nach 300 metern umkehrte, wegen totaler erschöpfung und explosionsgefahr.

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