Archiv für den Tag: 20. Juni 2009

Herr Lucky ist motiviert

Tomorrow is my turn
no more doubts, no more fears
tomorrow is my turn
when my luck is returning
all these years I’ve been learning
to save fingers from burning
Tomorrow is my turn
to receive without giving
make life worth living
now it’s my life I’m living
and my only concern
for tomorow is my turn!
(Nina Simone)

Tomorrow never knows
(Danielle Dax)

Ich bin motiviert. Ein seltsamer, ungewohnter Zustand.
Seit Wochen stehe ich mit echten, bitteren Tränen vorm Kühlschrank, Trennkost ist verordnet, und immer ausgerechnet das, wozu ich Lust hatte, durfte ich nicht essen, jedenfalls nicht zusammen. Und dabei ist Essen doch der größte Trost, mal abgesehen von Saufen.
Wie oft mußte der arme Lucky unbefriedigt mit Grummeln im Magen ins Bettchen oder zur Arbeit!
Aber: die Waage pendelt sich stetig unter der einen runden Grenze ein. Man sieht es zwar noch nicht, aber würde meine Waage mich anlügen? Doch wohl nur aus Bösartigkeit, aber nicht so! Jedenfalls, Ziel wäre die nächstniedrigere Nullergrenze. Dann hätte ich zwar noch ein paar Kilo zuviel aber das wär dann passend. Ich bin gespannt. Und gehe jetzt mal ne Runde vor den Spiegel bauchtanzen, solange noch welcher da ist.
(Und ich wage es gar nicht zu erzählen, aber übernächste Woche hat der Herr Lucky seinen ersten Personal Trainer Termin. Er soll mir vermitteln, daß ich Bewegung als selbstverständlich und wohltuend begreife. Wenn er das schafft, kann er auch den Welthunger beseitigen und den Nahostkonflikt beenden. Sie werden es erfahren.

Dann gestern bei meiner Finanzberaterin. Ein Thema, das mit allergische Reaktionen beschert, mein Hirn wabert, meine Augen beginnen zu flirren, und in meinen Ohren fiept es.
Aber alle Klischees sind wahr: Schwule haben viel Sex und geben viel zu viel Geld für Klamotten und Lifestyle aus (ausgenommen meiner selbst) und Lesben sind gut mit Geld.
Deswegen habe ich mich an diesen Verein aus wettergegerbten Flanellhemdlesben gewandt, die alternativere, aber durchaus knallharte Geldanlagepolitik betreiben. Die Fonds, den sie mir verkauft haben, und die vorher beim Drecksladen MLP immer weniger wurden (und das vor der Krise!) haben sich -in diesen Zeiten!- um über 10% vermehrt! God bless karierte Flanellhemden!
Jedenfalls ging es gestern um die deprimierende Aussicht, noch 2-3 langweilige Scheiß-private-Altersvorsorgen abzuschließen, denn mit dem was jetzt ist, ist nichts, grade mal Hearts-4-Niveau.
Und was sagt sie mir? Daß es vielleicht sinnvoller wäre, ich würde mein Geld noch dieses Jahr in Wohneigentum investieren, sei ja schließlich auch Altersvorsorge, und würde sicher auch mehr Freude bereiten!
Mein Traum! Mein einziger Traum!
Etwas kleinlaut legte ich dann meinen Traum auf den Tisch, denn ich hab ja gar kein Kapital, aber sie hat mir vorgerechnet, daß ich sehr wohl ein Dachgeschoß mit Riesenterrasse in Kreuzberg haben kann. Wenn ich das will. Und daß sie genügend Fachfrauen haben, um mich dabei zu unterstützen! Mein Traum, mein einziger!
(Und wenn das mit der neuen Firma im Herbst klappt, dann wär es anscheinend so gar kein Problem…)
Herrschaften, ich bin dann mal mit zittrigen Händen die Immobilienseiten durchwühlen.