Archiv für den Tag: 11. Juni 2009

Too long to long too long

Someone left a cake out in the rain –
I don’t think that I can take it
‘Cos it took so long to bake it
and I’ll never have the recipe again
(Donna Summer)

Dein Zug fährt gleich ab
(Hildegard Knef)

Die äußerliche Automatik funktioniert schon noch, während man die Straße entlanggeht, sortiert man die Männer zwischen 25 und 50 noch, die Guten ins Kröpfchen die Schlechten ins Töpfchen, allerdings eben auch nur noch beiläufig, Konkreteres wie auch nur ein Flirt ist schon längst aus dem System.
Die Beschäftigung mit sich selbst wird meist vergessen, und wenn nicht, dann ist es eher ein Untenrum-Schneuzen, für das lustlos irgendwelche verblasste alte Erinnerungen oder Phantasien hervorgekramt werden, die längst zu Standard-Pornoformaten erstarrt und abwaschbar laminiert sind. Wie es sich tatsächlich angefühlt hat, ist lang vergessen.
Natürlich möchte man eigentlich nicht allein sein, aber man kommt mit dem Alleinsein im Grunde wunderbar klar, man war schließlich den Großteil seines Lebens allein, und mag das auch grundsätzlich.
Die Kluft zwischen gelegentlich aufkeimenden Wünschen und deren Erfüllung wird immer größer, und so manche romantische Vorstellung wird rasch erstickt von Visionen der negativeren Erfahrungen: ein arg haariger Arsch, zum Lecken entgegengestreckt, mit Klopapierresten in den Haaren, eine extrem lange Vorhaut, oder eine unter der eine kleine Ricottazucht herben Duft verströmt. Mitleiderregende Kleinstschwänze, talentlose desinteressierte Rammelhengste, psychotische Marathonficker, Zwei-Minuten-Spritzer oder gar reglose Mehrlochstuten. Beim Blasen denken, wievele Leute eben diesen Schwanz diese Woche schon im Maul hatten, oder wo er sonst schon drin steckte. Und wie gesund oder sauber er wohl ist. Mal ganz zu schweigen vom großen weiten Feld der psychisch-narzisstischen Störungen.

Irgendwie scheint mir die Lust vergangen, und da wollte ich mal eine Runde Defätismus unter die Leute bringen, wenn schon nicht mein welkendes Fleisch.
Und jetzt kommen Sie mir nicht mit “Aber das kann doch auch ganz anders verlaufen und man kann auch mal Glück haben!” Das weiß ich selber. Hilft mir aber grad auch nicht weiter.

Noch ein Leser

Wahnsinn, da liest sich grade jemand in Etappen von vorne nach hinten Tag für Tag durch mein Zierblog, scheint jemand zu sein, der nicht schlafen kann. Er oder sie ist schon im Jahr 2007 angelangt.
Beeindruckend, so eine Ausdauer!