Lug und Trug – Postkarten

So kanns gehen. Nach dem letzten Beitrag wollte ich mich grade in eine meiner melodramatischen Stimmungen begeben, in denen ich mich am besten zuhause fühle, früher war alles besser, früher war mehr Leben, alles praller, usw usw.
Ha! Früher war alles besser? My Ass!

Wenn man genauer hinschaut, gings mir früher auch nicht besser und das Gold war auch nur Katzengold. In New York war ich aufgrund schweren Liebeskummers sehr depressiv, wenn ich auch vergessen habe, um wen sich der Liebeskummer drehte. (Es war aber pro Jahr jemand anderes.) Woran ich mich aber erinnere, war die Wahrsagerin auf der Straße, die mir anbot, zum Zweck der Heilung ein paar Kerzen anzuzünden, was sie dann auch tat, ohen daß ich sie gebeten hätte. Und geholfen hats auch.

In England gabs täglich Streit im Auto, weil der Mann an meiner Seite sich noch mehr unidentifizierbare Hünengräber und keltische Kultstätten angucken wollte und ich nicht. Immerhin verzieh er mir großmütig, daß ich seine teure Kamera irgendwo in Tintagel verloren hatte.
In Florenz im Hotelzimmer gab es fast eine Schlägerei, weil ich eifersüchtig war auf die weitgestreuten esoterischen Bücher des Geliebten.

Aber das schreibt man ja nicht auf Postkarten.

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