senza fine – das leben vor dem tod – im november

Ann: If you don’t kiss me right now I’m gonna scream.

Sie ist 23, eine an italienisch erinnernde Schönheit, vielleicht in Kanada, mit zwei kleinen Töchtern, einem süßen, liebevollen, aber zerstreuten Ehemann, lebt in einem Trailer in Garten ihrer Mutter, die Debbie Harry ist, welche eine klassisch schlechtgelaunte Shirley-Maclaine-Altersrolle spielt, nur mit echtem Witz und ohne Chargieren (unlike Ms. MacLaine.)
Und sie wird in zwei Monaten sterben.

Er ist um die 30, Modefotgraf, Franzose, schwul, hat ein inniges, aber gestörtes Verhältnis zu seinem Verhältnis und auch zu seiner Familie. Er hat noch drei Monate zu leben.

Beide Krebs.

Es geht um die Entscheidungen – was würdest DU tun, wenn du nur noch 2 oder 3 Monate zu leben hättst?

Beide sind Versorger, seine Familie, besonders seine Schwester, sind emotional genauso abhängig von ihm, wie sein Liebhaber komplett, auch finanziell, abhängig ist von ihm.
Ihre Familie hängt absolut an ihr, wie sie ohne zu murren in Nachtschicht die Schule putzt, weil ihr Gatte keine Arbeit hat, und die Mädchen sich gewöhnt haben daran, daß ihre Mutter tagsüber schläft, aber zum Zubettgehn mit ihren “Wenn mein Bett ein Floß wäre” spielt.

Beide verweigern die Mitteilung an die Nahestehenden, sie nehmen ihren Tod persönlich. Einsame Entscheidungen.

Er holt sich Rat und einen Moment Geborgenheit bei seiner Großmutter, die Jeanne Moreau ist, und zieht es ansonsten vor, sich von allen zurückzuziehen, letztendlich jedoch nicht ohne eine Spur eines mit beautiful strangers gezeugten Kindes zu hinterlassen.
Sie nimmt Mitteilungen auf Kassetten auf, für jedes Jahr der Geburtstage ihrer Töchter bis zum 18ten eine. Später auch für Ehemann, Mutter und Geliebten, den sie sich in der Zwischenzeit angegangen hat, weil ihr Ehemann ihr einziger Mann in ihrem Leben war, und sie wissen will, wie es mit einem anderen gewesen wäre, und außerdem erfahren will, wie es ist, wenn sich jemand in sie verliebt. (Enter Marc Ruffalo, just the guy for me)

Zwei wunderschöne Filme, hervorragend komponiert, besetzt und gespielt, passend zum gestrigen Allerheiligen, und zum November allgemein, die zeigen, wieviel Leben möglich wäre. Traurig, vielleicht. Deprimierend, keineswegs.
Der eine: Mein Leben ohne mich von Isabel Coixet (produziert vom Pedro Almodovar, und wahrscheinlich der beste Film, den Almodovar nicht gedreht hat) und der andere
Die Zeit die bleibt, ein Film von Francois Ozon.
Enjoy!

3 Gedanken zu „senza fine – das leben vor dem tod – im november

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