Archiv für den Tag: 18. Juli 2007

ich möchte mich gern von mir trennen…

… wenn möglich auf längere Zeit.
Es reicht mir, mich näher zu kennen –
Ich mag mich nicht mehr, tut mir leid.

Ich nahm auf mich leider nie Rücksicht –
von mir tief gekränkt steh ich hier.
Deshalb nehm ich lieber zur Vorsicht
auf längre Zeit Abstand von mir.

Was kann es denn Schwereres geben,
als so mit sich selber zu leben –
und dieses eben
ein ganzes Leben?

Ich wünsche mir andere Nerven
ich such mir ‘ne andere Haut
der meinen hab ich vorzuwerfen
sie hat mich noch nie ganz verdaut.

Ich möchte mit mir nicht mehr zittern
meist schlaflos im eigenen Bett,
mit Angst vor der Welt und Gewittern,
vor Post auf dem Frühstückstablett.

Was kann es denn Schwereres geben,
als so mit sich selber zu leben –
und dieses eben
ein ganzes Leben?

Ich mag meinen belgischen Schrank nicht,
ich HASSE mein Nußbaumklavier,
ich mag auch mein Geld auf der Bank nicht –
ach wär ich doch gar nicht erst hier!

Ich möchte mich gern von mir trennen,
wenn möglich auf längere Zeit.
dafür würd ich tagelang rennen,
egal wohin, Hauptsache, weit!

Was kann es denn Schwereres geben
als so mit sich selber zu leben –
und dieses eben
ein ganzes Leben?

(Muß man sich vorstellen als schnellen, sachlichen Walzer, Text: Hildegard Knef, meine Tucholsky des deutschen Chansons. Abgesehen von ein bissel 60s-Interieur mein Song du Jour. Des beaucoup des Jours)