Archiv für den Tag: 8. Juli 2006

the homos are gone

Eifeldorf, vor 2 Jahren.
Ich sitze gelangweilt vorm Haus, und was kommt vorbei: ein turboscharfer Mann, der seinen Hund ausführt. Und mich diesen Tick zu lange anschaut.
Ich blinzle, denn das kann nur eine Fata Morgana sein hier in der Einöde, ein Traum, für die Durstigen in die Wüste gezaubert. Nein, er ist trotz heftigen Blinzelns noch da.
Sofort wird meine Mom verhört. Sie erzählt mir ja sonst alles, wer wie wo was im Dorf passiert, Hauptsache es ist garantiert uninteressant.
‘Ach so, das ist der Ami, der bei deiner Tante im Haus wohnt’ (es sind viele amerikanische Soldaten in der Nähe stationiert). ‘Der hat drei Kinder, und eines Tages war die Frau verschwunden. Dann ist eine Woche später sein Freund eingezogen, der wohnt jetzt mit ihm und den drei Kindern, und manchmal ist da noch ein dritter Mann dabei, aber mit wem von den beiden oder ob er mit beiden, das weiß ich jetzt nicht. Nette Leute, aber.’
Vielen Dank an die nachmittäglichen Talkshows, die Soaps und unwilligerweise auch an Carsten Flöter. Als ich vor 17 Jhren hier wegzog, dann auch, um der sicheren Steinigung am Sandstein-Wegekreuz zu entgehen. Heute ist das hier so normal, daß meine Mom es nicht mal für so interessant findet, daß sie es mir erzählt. Weniger interessant als die offenen Beine der Nachbarin.

Jetzt weiß ich auch, warum am Himmel ein doppelter Regenbogen am Himmelerschien, als ich mit meinem Ex in der Eifel ankam: die Eifel ist total gay.
Nur die schicken Homos mit der Großfamilie, die wohnen hier nicht mehr.